Zum Inhalt

Zur Navigation

Schriftgröße

top

 

Krankhaftes Schwitzen (Hyperhidrose)

Starkes Schwitzen, besonders unter den Achseln oder an den Handflächen und Fußsohlen, kann bisweilen zur Qual werden und zu sozialer Beeinträchtigung führen.
Ursache des lokalisierten Schwitzens ist meist die Kombination aus veranlagter Überaktivität der Schweißdrüsen sowie emotionalen Faktoren. Jedoch können auch hormonelle Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen, Diabetes sowie Infektionen und Tumorerkrankungen dem Problem zugrundeliegen.

Die moderne Medizin bietet den Betroffenen heute eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten. Unter bestimmten Voraussetzungen werden die Behandlungskosten auch von den Krankenkassen übernommen.

a) Aluminiumsalz-Zubereitungen

Diese Lokalbehandlung bringt in vielen Fällen eine merkliche Linderung, bedarf jedoch etwas Geduld. Sie werden jeweils an den betroffenen Stellen aufgetragen.

b) Iontophorese

Durch Bäder mit galvanischen Strömen kann die Schweißdrüsenaktivität vermindert werden. Die Behandlung ist schmerzfrei, dauert zwanzig Minuten und wird anfangs 2 - 3 x wöchentlich, später nach Bedarf durchgeführt. Besonders beliebt ist diese Therapie bei Schwitzen im Bereich der Hände und Füße. Die Kosten für ein Gerät zur Heimbehandlung werden unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls von den Kassen übernommen.

c) Behandlung mit Botulinum-Toxin

Eine besonders wirksame und elegante Methode, die sich bei unseren Patienten besonderer Beliebtheit erfreut, ist die Therapie mit einem speziellen Medikament, das aus Bakterien gewonnen wird. Es wird an den übermäßig schwitzenden Stellen direkt in die Haut injiziert und führt dort innerhalb weniger Tage zu einer Blockade der Schweißdrüsen. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Danach ist man sofort arbeitsfähig. Die Wirkdauer beträgt durchschnittlich sechs Monate und kann beliebig oft wiederholt werden.

d) Operation

1. Schweißdrüsen-Curettage

Bei diesem modernen minimal invasiven Eingriff werden ambulant und lediglich in örtlicher Betäubung die Schweißdrüsen im Achselbereich durch kleinste Hautschnitte entfernt.

Diese Methode ist sehr erfolgreich und arm an Nebenwirkungen. Allerdings können auch bei größter Anstrengung oft nicht alle Schweißdrüsen entfernt werden, sodass der Patient diese "Restfunktion" der Schweißdrüsen als einen Zustand normalen Schwitzens akzeptieren muss.

2. Schweißdrüsen-Exzision

Eine seit 40 Jahren erfolgreich praktizierte Methode ist außerdem die gesamte oder teilweise chirurgische Entfernung schweißdrüsentragender Haut im Achselbereich. Auch diese Operation wird auf Wunsch in unserer Praxis ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt. Als angenehmer Nebeneffekt bleiben die Achseln haarlos, da mit der Haut auch die Haarwurzeln entfernt werden.